Was haben Moore mit dem Klima zu tun?
Moore gelten als die effektivsten Kohlenstoffspeicher aller Landlebensräume. Im wassergesättigten Milieu werden abgestorbene Pflanzenreste unter Sauerstoffausschluss nicht vollständig zersetzt: es kommt zur Torfbildung. In einer 15 cm dicken Torfschicht ist ebenso viel Kohlenstoff gebunden wie auf einer gleich großen Fläche eines 100-jährigen Waldes. Lebendige Moore wachsen allerdings nur einen Millimeter pro Jahr in die Höhe.

Im regenreichen Nordwesten Deutschlands gab es großflächig Hochmoore, die nicht vom Grundwasser sondern vom Regenwasser gespeist wurden, während der Osten und der Nordosten von Niedermooren geprägt waren.

Bei der Entwässerung von Mooren kommt der über Jahrtausende gebundene Kohlenstoff mit Sauerstoff in Berührung und oxidiert zu CO2, das in die Atmosphäre entweicht. Entwässerte deutsche Moore (ca. 95 %) emittieren jährlich 44 Mio. t CO2-Äquivalente (inkl. des 25-mal klimaschädlicheren Methans CH4 und des 300-mal klimaschädlicheren Lachgases N2O). Das entspricht 5 % der deutschen CO2-Emissionen 2018, im moorreichen Niedersachsen ist der Anteil noch höher (NABU). Der Anteil der CO2-Emissionen des Luftverkehrs betrug 2015 im Vergleich dazu lediglich 2,69 % (Klimaschutzreport 2018).

Klimabilanz von Mooren

Aber nur ein nasses Moor ist klimaneutral, während ein entwässertes Moor das Klima schädigt. Deshalb müssen durch Wiedervernässung die in Moorböden gespeicherten Kohlenstoffvorräte gesichert werden, wozu der Wasserstand im Moor angehoben wird. Die Klimarelevanz der Moore macht die folgende Grafik deutlich:

Vergleich der Emissionswerte von naturnahem und genutztem Hochmoor (nach: Programm Niedersächsische Moorlandschaften)

Den größten Teil dieser menschengemachten klimaschädlichen Emissionen von Mooren verursacht in Deutschland mit 84 % die Land- und Forstwirtschaft. Die extensive Nutzung von Mooren (9 %) und der industrielle Torfabbau (7 %) sind für die übrigen nutzungsbedingten Klimagas-Emissionen verantwortlich (NABU).

Intakte Moore dienen auch dem Wasser- und Naturschutz

Moore sind aber nicht nur für den Klimaschutz wichtig. Naturnahe Moorlandschaften wirken im Wasserhaushalt einer Landschaft wie ein Schwamm. Sie können innerhalb kurzer Zeit viel Wasser aufnehmen und leisten dadurch auch einen wichtigen Beitrag für den Hochwasserschutz. Bei starkem Regen oder Überflutungen saugen sie durch ihre enorme Speicherfähigkeit das Wasser auf und geben es erst langsam wieder an die Umgebung ab. Moore erfüllen auch wichtige Funktionen bei der Grundwasserneubildung. Sie sind regelrechte Wasserfilter. Die Pflanzen nehmen die im Wasser gelösten Nähr- und Schadstoffe auf. Durch die Torfbildung werden sie dauerhaft im Moor eingeschlossen (NABU). Eine Renaturierung der Moore dient also neben dem Klimaschutz ebenso dem Wasser- und Naturschutz.

Großes Torfhausmoor, Nationalpark Harz