Die Klimakrise ist real
Die menschgemachte, insbesondere von den Industrienationen verursachte Klimakrise schreitet angesichts der Untätigkeit der politisch Verantwortlichen ungebremst voran. Für 2020 wurde global die höchste CO2-Konzentration ermittelt1, für 2021 wird in Deutschland der höchste Anstieg der Treibhausgasemissionen seit 1990 erwartet. Klagen gegen die Untätigkeit beim Klimaschutz (Bundesverfassungsgericht (BVG) und Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)) waren in zentralen Punkten erfolgreich. Ändert sich am derzeitigen CO2-Ausstoß nichts, ist das verfügbare CO2-Budget zur Erreichung des 2015 im Pariser Klimaschutz-Abkommen völkerrechtlich bindend vereinbarten Limits, die globale Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen, bereits 2029 verbraucht (siehe Was wir heute übers Klima wissen; Fakten rund ums Klima; Klimaschutz in Zahlen). Darauf hat das BVG in seinem Urteil vom 29.04.2021 ausdrücklich hingewiesen.

Beim CO2-Budget ist ähnlich wie bei einem Bankguthaben: Ist das Geld verbraucht, gibt es nichts mehr, „denn einen Überziehungskredit gewährt uns die Erde nicht“ (Stefan Rahmstorf). Wird also das Limit von max. 1,5 Grad Erderwärmung verfehlt, drohen unermessliche Kosten und irreversible Folgen, die schon jetzt erkennbar sind: Eine weitere Zunahme der Wetterextreme, eine zusätzliche Erhöhung der Meeresspiegel und eine weltweite Migration2 vor Hunger und Dürre in nie gekanntem Ausmaßen zählen dazu.

„Die jetzigen globalen CO2-Emissionen können zwar durch Energie-, Wärme- und Mobilitätswende um 80-90 % verringert werden – aber es wird ein Rest bleiben, den wir nicht wegbekommen (z. B. aus der Landwirtschaft, industriellen Prozessen und Fernflügen) und den wir ausgleichen müssen, um das Weltklima zu stabilisieren.“ (Stefan Rahmstorf) Groß angelegte, naturnahe und nachhaltige Aufforstungen und die Wiedervernässung von Mooren können diese Lücke schließen. Die drohende Klimakatastrophe ist damit aber keineswegs abgewendet. Denn an einem schnellen und vollständigen Ausstieg aus der fossilen Energienutzung mit entsprechender Reduzierung der CO2-Emissionen führt kein Weg vorbei. Damit muss jetzt begonnen und dafür müssen jetzt die politischen Weichen gestellt werden.

Aktuell nähern wir uns mit riesen Schritten der 1,5 Grad-Marke. Mitte 2021 haben wir bereits 1,2 Grad erreicht. In seinem Sonderreport vom August 2019 berichtet der Weltklimarat IPCC, dass sich die Landflächen (noch nicht die Ozeane) seit Beginn der Industrialisierung bereits um 1,5 Grad erwärmt haben. Im August 2021 warnte der Weltklimarat IPCC erneut eindringlich vor häufigeren Unwettern und Wetterextremen, schmelzenden Gletschern, steigendem Meeresspiegel, sofern die Treibhaus-Emissionen nicht schnell und drastisch reduziert werden.

UN-Generalsekretär António Guterres: „Die Alarmglocken sind ohrenbetäubend!“ Die Folgen der bisherigen Erwärmung erleben wir jeden Tag. Und es wird noch krasser, wenn die globale Erwärmung 1,5 Grad, 2 Grad oder noch mehr erreicht. Bis zu 4 Grad sind bis 2100 zu erwarten, wenn wir weitermachen wie bisher.

Was ist jetzt zu tun?
Jede/r kann etwas im privaten Leben ändern und auf ihre/seine politischen Vertreter/innen einwirken, damit für künftige Generationen ein Leben auf der Erde noch möglich ist. Wohlhabende Menschen können noch mehr tun. Sie können in CO2-Senken investieren und damit ein wirksames und sichtbares Zeichen setzen. Michael Bellwinkel hat sich entschieden, sein geerbtes Vermögen in PlanBe, die Stiftung für Umwelt- und Klimaschutz, einzubringen. PlanBe finanziert damit die Wiedervernässung von trocken gelegten Mooren und das Pflanzen von hunderttausenden von Bäumen. Beides trägt zur Senkung von CO2 in der Atmosphäre bei.

Aber das Vermögen von Einzelnen reicht nicht aus, um einen wirklich spürbaren Effekt zu erzielen. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst hunderte, besser tausende seinem Beispiel folgen. Nicht jede/r muss dafür eine eigene Stiftung gründen. Am schnellsten und unaufwändigsten ist eine Spende oder Zustiftungen in PlanBe oder in eine andere Klimaschutz-Stiftung. Um so mehr sich daran beteiligen, um so besser kann das Klima stabilisiert werden. Und es geht auch eine Nummer kleiner: Schon für 1 Euro kann man 1 Baum pflanzen!

Packen wir es also an: durch Änderungen unserer Lebensweise, durch politische Einflussnahme für eine sozial-ökologische Transformation und durch Investieren in CO2-Senken.

statista

1 Die Weltwetterorganisation (WMO) ermittelte folgende Anstiege bei den drei wichtigsten Treibhausgasen (THG) seit Beginn der Industrialisierung bis 2020:
– Kohlendioxid (CO2) + 149 % (auf 413,2 ppb)
– Methan (CH4) + 262 % (auf 1.889 ppb)
– Lachgas (N2O) + 123 % (auf 333,2 ppb)

2 Laut UNHCR sind bereits 2020 30,7 Mio. Menschen aus ihrer Heimat wegen der Folgen der Klimakrise geflohen.

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Kommentar zur Klimakonferenz COP26 in Glasgow

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