Hierbei arbeitet PlanBe mit der Stiftung Plant-for-the-Planet auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko zusammen. Plant-for-the-Planet pflant seit 2015 ausschließlich auf stiftungseigenem Grund Bäume, um sicher zu stellen, dass die Aufforstungsflächen auch in ferner Zukunft nicht anderweitig genutzt werden. PlanBe unterstützt diesen Ansatz und hat deshalb Ende 2019 den Kauf von zwei ehemals bewaldeten Flächen in der Nähe des Ortes Constitución im Bundesstaat Campeche finanziert. Die Größe der einen Fläche beträgt 1.180 ha, die der zweiten 87 ha.

Beide Flächen werden mit 1.100 Bäumen je Hektar durch Plant-for-the-Planet aufgeforstet (insgesamt mehr als 1,2 Mio. Bäume), die im Schnitt 2 m pro Jahr wachsen. Die Bepflanzung der großen Fläche (PlanBe Forest: 1.180 ha)1 wurde mit Beginn der Pflanzsaison im Juli 2020 gestartet. Bis Ende 2020 sollen insgesamt (nicht nur auf der PlanBe-Fläche) 3,5 Mio. Setzlinge gepflanzt werden. Gepflanzt werden vor allem sechs heimische Baumarten, die für diese Flächen besonders gut geeignet sind und sich in das lokale Ökosystem harmonisch einfügen:
– Pitch (Guanancaste/Pitch, Mimosengewächs, 20 bis 30 m hoch),
– Balché (Balché, bis zu 10  m hoch),
– Maculis (Trompetenbaum, bis zu 15 m hoch),
– Caoba (Amerikanisches Mahagoni, bis zu 25 m hoch),
– Ramón (Brotnussbaum, bis zu 30 m hoch) und
– Ciricote (Siricote/Cordia, bis zu 30 m hoch).2
Der Maculis-Baum wird am häufigsten gepflanzt, weil er aus der Region stammt und sich im Hinblick auf die Umweltanforderungen sehr gut an eine große Bandbreite von Bedingungen anpasst. mehr lesen –>

Die gut erreichbare, kleinere Fläche (Science Forest PlanBe: 87 ha)3 wird als Musteraufforstung angelegt und um eine Baumschule und ein Besucherzentrum ergänzt. Diese Fläche wird Besuchern zugänglich gemacht und dient zugleich als Forschungsfläche der Erprobung unterschiedlicher Methoden der Aufforstung.
Unter anderem erprobt die ETH Zürich, Crowther Lab, auf mehreren Hektar, ob durch die Einbringung von natürlichen Mikrobiomen in den Boden das Waldmikrobiom wiederhergestellt und damit das Wachstum der Bäume und die Bindung von Kohlenstoff verbessert werden kann. Die wissenschaftliche Studie wurde im Januar 2020 mit der Pflanzung der ersten 16.000 Bäume kurz vor Ende der Pflanzsaison 2019/2020 begonnen. Die Auswertung durch die ETH Zürich ist zunächst auf 10 Jahre angelegt (Messungen 6 Monate, 1 Jahr, 2 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre nach Pflanzung).
Weitere Forschungsstudien für diese Flächen stehen bereits im Raum. Im Sommer 2020 startete eine Untersuchung des London Imperial College, bei der die Speicherung von CO2 im Boden erforscht wird.

Bewegung von Kindern und Jugendlichen

Plant-for-the-Planet ist eine von Kindern und Jugendlichen vor mehr als 10 Jahren initiierte globale Bewegung, die aktuell eng mit der von der Schwedin Greta Thunberg (ausgezeichnet mit dem Alternativen Nobelpreis 2019) ausgelösten Fridays for future Bewegung zusammenarbeitet und sich gemäß dem Leitspruch „Nicht reden, sondern handeln“ drei Ziele gesetzt hat:

  1. 1.000 Mrd. neue Bäume weltweit pflanzen,
  2. Verzicht auf fossile Energie,
  3. Bekämpfung der Armut durch Klimagerechtigkeit.4, 5

PlanBe will insbesondere einen Beitrag zur Umsetzung des ersten Ziels leisten und damit einen Gegenentwurf zu der auch von der Bundesregierung verfolgten technischen Verpressung von CO2 in die Erde (CCS = Carbon Capture and Storage) unterstützen. PlanBe folgt damit dem alten Handwerker-Leitspruch: Immer erst das Einfache! Denn Bäume-Pflanzen ist einfach und millionenfach erprobt, CCS ist bisher kaum erprobt, hier gibt es mehr Fragen als Antworten, von den drohenden Gefahren ganz zu schweigen.

1 Weiter Informationen zum PlanBe Forest s. App

2 Weitere Informationen und Fotos zu den Bäumen gibt es auf der Seite der Regierung des Staates Yucatán.

3 Weiter Informationen zum Science Forest PlanBe s. App

4 Felix Finkbeiner & Freunde: Baum für Baum. Jetzt retten wir Kinder die Welt. Tutzing, 7. Auflage 2018
5 Felix Finkbeiner & Plant-for-the-Planet: Wunderpflanze gegen Klimakrisa entdeckt: Der Baum! München/Grünwald 2019