Die Klimastiftung PlanBe hat ihren Sitz in Dortmund. Deshalb ist es ihr ein besonderes Anliegen, den Klimaschutz in Dortmund zu verbessern. Mit Eingaben und Leserbriefen hat sie begonnen, ihren Auftrag zur Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung zu erfüllen. Zu folgenden Themen hat PlanBe bisher Stellung genommen:

Erhalt der Naturschutzgebiete (NSG) Grävingholz und Süggel
Die durch die B54 getrennten Stadtwälder Grävingholz und Süggel im Dortmunder Norden, mit insgesamt rd. 200 ha eines der größten Waldgebiete der Stadt, wurden 2005 unter Naturschutz gestellt. Wichtigstes Schutzziel ist der Erhalt dieser großflächigen, naturnahen Buchenwälder. Das hindert die Stadt aber nicht, jedes Jahr im Winter über 10.000 Festmeter Holz zu ernten. Das entspricht etwa 2,5 % des Bestands Jahr für Jahr. Die Stadt zielt auf eine Verjüngung des Waldes. Das Problem: Mit Naturschutz hat das nicht mehr viel zu tun, denn Naturschutzgebiete sollen ja weitestgehend sich selbst überlassen bleiben. Und für Verjüngung sorgen schon die zunehmenden Stürme. Deshalb tritt PlanBe gegen diese Holzfällarbeiten ein und handelt damit völlig im Einklang mit der EU-Kommission, die Deutschland am 18.02.2021 beim Europäischen Gerichtshof wegen Versäumnissen bei Ausweisung und Erhalt von Naturschutzgebieten verklagt hat (Vertragsverletzungsverfahren). Das 2007 gesetzte Ziel der Bundesregierung, 2 % der Fläche Deutschlands als Wildnis der Natur überlassen, verfehlt NRW mit einem Wert von 0,19 % um mehr als 90 %. mehr lesen –>

Solaranlagen auf allen Dächern
Angesichts der fortschreitenden Klimakrise und der weiterhin nur schleppend ingangkommenden Energiewende hat PlanBe im April 2020 beim Rat der Stadt Dortmund eine Eingabe eingereicht, die vorsieht, dass Hauseigentümer bei Neubauten sowie Dachsanierung von Bestandsbauten zum Einbau einer Solarstrom- und Solarwärmeanlage verpflichtet werden. Vorbild sind die Stadt Tübingen sowie mehrere Bundesländer. Auch der CDU/CSU-Klimakreis fordert den verpflichtenden Einbau von Photovoltaik bei Neubauten. Zur Beratung der Eingabe im Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden am 15.12.2020 hat PlanBe eine Erläuterung eingereicht. Der Niederschrift ist der Diskussionsverlauf zu entnehmen. Im Ergebnis wird die Eingabe zur Kenntnis genommen, allerdings nicht an den für Klima zuständigen Fachausschuss weitergeleitet, weil Stadtrat Dahmen anders als Stadtrat Wilde eine Solarpflicht als „rechtswidrig“ bewertet. Das ist natürlich nicht zutreffend und würde bedeuten, dass bereits mehrere Bundesländer rechtswidrige Beschlüsse gefasst hätten. PlanBe hat die Verwaltung darauf hingewiesen.

Stadt Dortmund verfehlt Klimaziel 2020
Die Stadtverwaltung musste einräumen, dass sie das für 2020 gesetzte Klimaziel wohl verfehlt. PlanBe hat dies im Leserbrief vom 18.01.2021 in den Ruhr Nachrichten kommentiert.
Zum Thema energetische Sanierung von Bestandsgebäuden statt Abriss und Neubau ein Zitat der Architects for Future: „Nicht nur werden wertvolle und schwindende Ressourcen bei einem Abriss und Neubau verschwendet, sondern auch bedeutend mehr Energie. Bei der Betrachtung der Energiebilanz des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes fällt auf, dass durch die Bewertung von grauer Energie eine Sanierung jedem Neubau, selbst dem von Passivhäusern, vorzuziehen ist. (Quelle: UBA)“

Radwege in Dortmund
Der Ausbau der Radwege in Dortmund kommt seit Jahren nicht voran. Im Städteranking des ADFC belegt Dortmund konstant seit Jahren einen der letzten Plätze mit einem Wert von aktuell 4,35 (entspricht 4 minus bei Schulnoten). Die Stadtverwaltung priorisiert aktuell den Bau eines Radweges auf dem Wall in der Innenstadt. Um in den Genuss dieses künftigen Radweges zu kommen, muss man allerdings entweder in der Innenstadt wohnen (das tun die wenigsten) oder über stark von Autos frequentierte Straßen ohne Radwege oder Radwege auf Gehwegen dorthin fahren. Dazu ein Kommentar als Leserbrief vom 22.11.2020 in den Ruhr Nachrichten.

Umbau der Kampstraße zum Boulevard
Die Verwaltung versucht seit mehr als 20 Jahren einen Entwurf zur Umgestaltung der Kampstraße in der Dortmunder Innenstadt umzusetzen. Längst sind die Fristen für den Abruf der vom Land zugesagten Fördermittel abgelaufen, womit die Finanzierung hinfällig ist. Zeit für einen Neustart. PlanBe hat im Leserbrief vom 13.02.2021 in den Ruhr Nachrichten einen Vorschlag unterbreitet, der die fortschreitende Überhitzung der Innenstadt infolge der Klimakrise berücksichtigt. Mehrere Leser/innen haben inzwischen ähnliche Vorschläge gemacht.

Nord Stream 2
Die Gaspipeline wird zwar in der Ostsee gebaut, betrifft aber Dortmund insofern, als das dadurch transportierte Gas bis hierhin weitergeleitet wird. Klaus Ernst, MdB Die Linke, hat in seinem Gastbeitrag vom 12.02.2021 in der Frankfurter Rundschau gefordert: „Nord Stream 2 muss fertig gebaut werden!“ PlanBe begründet in seinem am 13.02.2021 in der Frankfurter Rundschau veröffentlichten Leserbrief, warum Nord Stream 2 nicht weitergebaut werden sollte (siehe auch: Geheimdeal gegen das Klima).

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

Beitrag über PlanBe
In der Ausgabe 01/2021 der Zeitschrift des NABU Mainz und Umgebung e.V. (NABUlletin Nr. 49) ist ein Beitrag über PlanBe erschienen.