32 % der Landfläche in Deutschland ist aktuell mit Wald bedeckt, was 11,4 Mio. ha entspricht. Bäume entnehmen der Atmosphäre CO2 und wandeln es in Kohlenstoff („C“) um. Aktuell speichern die deutschen Wälder 1,2 Mrd. t C, das entspricht 4,4 Mrd. t CO2. [CO2-Umrechnungsfaktor: 3,67; rd. 50 % der Holzmasse besteht aus C; 1 t Holz bindet also 1,83 t CO2 (50 % C * 3,67)]. Das ist etwa das Fünffache der deutschen CO2-Emissionen 2018 von 0,866 Mrd. t.

Bäume sind Kohlenstoff-Speicher

Beispiele (siehe Stiftung Unternehmen Wald)
Fichte
Eine 35 m hohe Fichte mit einem Alter von ca. 100 Jahren hat einem Durchmesser von 50 cm (in 1,3 m Höhe über dem Boden gemessen). Das Holzvolumen inklusive Äste aber ohne Wurzeln beträgt 3,4 m3. Die darin enthaltene gesamte Biomasse hat ein Trockengewicht von knapp 1,4 t; die Hälfte des Holzkörpers besteht aus Kohlenstoff, also 0,7 t.
Das bedeutet: Eine 35 m Hohe Fichte hat 0,7 t Kohlenstoff gespeichert. Dies entspricht einer CO2 Absorption von 2,6 t CO2.
Buche
Eine 120 jährige und ca. 35 m hohe Buche mit einem Durchmesser von 50 cm (in 1,3 m Höhe über dem Boden gemessen) hat ein Trockengewicht von 1,9 t, also rund 0,95 t Kohlenstoff. Dies multipliziert mit 3,67 ergibt 3,5 t CO2.
Eine Buche mit der gleichen Höhe und dem gleichen Durchmesser hat fast eine t mehr CO2 gespeichert als eine Fichte. Dies liegt daran, dass die Holzdichte bei der Buche höher ist.

Berechnungen des Thünen-Instituts zeigen, dass die deutschen Wälder in ihrer oberirdischen Biomasse eine Kohlenstoffmenge von rund 993 Mio. t bevorraten, hinzu kommen 156 Mio. t in unterirdischer Biomasse, vor allem den Wurzeln, und 20 Mio. t im Totholz.

Auch Waldboden speichert Kohlenstoff

In der Humusauflage und den oberen 30 cm des Mineralbodens sind noch einmal 850 Mio. t Kohlenstoff festgelegt. Andere Quelle gehen davon aus, dass der Waldboden, also die Humusauflage sowie der Mineralboden, sogar einen noch höheren Kohlenstoffvorrat aufweist als die lebende Baumbiomasse der Waldbestände (vgl. u.a. Peter Wohlleben: Der Wald. Eine Entdeckungsreise, Heyne-Verlag, 5. Aufl., München 11/2016, S. 232 ff).

Tropische Wälder sind besonders effektive Speicher

Zudem ist nicht Wald gleich Wald. Tropische Wälder wachsen etwa dreimal schneller als Wälder in Deutschland. Deshalb kann 1 ha Wald in Deutschland jährlich 10 t CO2 binden (das entspricht etwa dem jährlichen CO2-Fußabdruck pro Kopf in Deutschland), in den Tropen jedoch 30 t. Regenwald speichert rd. 200 t C / ha, deutscher Wald nur rd. 120 t C / ha, Mangrovenwälder bis 1.000 t C / ha.

Um mit Wald negative Emissionen zu erzeugen, ist es am effektivsten, in tropischen Regionen Wald wiederaufzuforsten und damit CO2-Senken zu schaffen. Jede zusätzlich gebundene Tonne CO2 kompensiert eine Tonne CO2-Emission. 100 Mio. ha wiederhergestellter tropischer Wald könnten also 3 Mrd. t der jährlich 42 Mrd. t emittierten CO2 binden. Ein Stopp des Abholzens der Regenwälder würde die globalen CO2-Emissionen jährlich um weitere 3 Mrd. t reduzieren. Dadurch würde es gelingen, das vorhandene CO2-Budget zeitlich zu strecken (vgl. u.a. Klaus Wiegand: Wälder für die Welt, September 2018).

Erhalt des globalen Waldes

Noch beträgt die globale Waldfläche knapp 40 Mio. km2. Dieser Bestand muss erhalten bleiben, denn er könnte in dieser Größenordnung nie wieder aufgeforstet werden. Doch immer mehr Wald wird durch Kahlschlag, Brandrodung und klimabedingte Brände vernichtet, seit 1990 weltweit mehr als 4,2 Mio. km2 (das entspricht 12 mal der Fläche Deutschlands). Diese Vernichtung des globalen Waldes muss gestoppt werden und zwar sofort.

Dem stehen aber massive wirtschaftliche Interessen entgegen: die Verwertung des gefällten Holzes, die landwirtschaftliche Nutzung der entwaldeten Flächen und der Abbau von Bodenschätzen. Aus dieser Verwertungsspirale wird man nur rauskommen, wenn der Erhalt des Waldes belohnt wird und diese Rendite für den Erhalt des Waldes höher ist als alle denkbaren sonstigen Erträge.

mehr lesen –> Die Vernichtung des globalen Waldes – was tun?