Und wieder brennen die Moore: Im Landkreis Diepholz in Niedersachsen haben Moore 2020 bereits mehrfach gebrannt, zuletzt am 19. August. Im Mai 2020 brannte das Loben-Moor in Brandenburg, im April 2020 brannte im Naturschutzgebiet Aschendorf bei Papenburg eine Fläche von 32 ha, im September 2018 brannten im Naturschutzgebiet Tinner Dose-Sprakeler Heide auf einem Bundeswehrtestgelände bei Meppen 1.000 ha. Möglich ist das, weil die Moore trocken gelegt wurden und wochenlange Trockenheit infolge der Klimakrise die Brände begünstigt.

95 % der deutschen Moore sind entwässert, wodurch sie von CO2-Speichern zu CO2-Emittenten wurden. Im Unterschied zu Niedermooren speisen sich Hochmoore überwiegend aus Regenwasser. Damit dieses nicht abfließt, werden die vom Mensch angelegten Entwässerungsgräben mit Querdämmen aufgestaut. Zudem werden sog. Verwallungen/Kammerungen aus dem vorhandenen Torf angelegt, die verhindern, dass im abschüssigen Gelände das Wasser abfließt. Zudem müssen häufig Verbuschungen und Gehölze entfernt werden, um das Torfwachstum wieder in Gang zu setzen.1

PlanBe hat 2020 im Barnstorfer Moor, Landkreis Diepholz (Nds.), trocken gelegte Moorflächen erworben, um diese degradierten Moore wieder zu vernässen und den CO2-Austritt zu stoppen. Ende 2020 hat daraufhin der Kreis beschlossen, mit einer im Frühjahr 2021 beginnenden Flurbereinigung die Renaturierung des gesamten Barnstorfer Moores mit über 1.000 ha vorzubereiten.

Barnstorfer Moor

Die ursprünglich für die PlanBe-Flächen im Barnstorfer Moor von der Deutschen Postcode Lotterie (DPL) bewilligten Fördermittel können nun für die Wiedervernässung des Mannhagener Moores im Landkreis Vorpommern-Rügen (M-V) genutzt werden. Der Beirat dieser Soziallotterie unter Vorsitz von Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestags und ehemalige Bundesministerin, hatte 2020 den Förderantrag von PlanBe positiv beschieden. Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt in Kooperation mit der Michael Succow Stiftung in Greifswald. Das Mannhagener Moor ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und Teil des FFH-Gebietes „Moore zwischen Greifswald und Miltzow“.

Ziel des Projektes ist es, die ökologische Funktionsfähigkeit der trockengelegten Moorflächen durch Vernässungsmaßnahmen wieder herzustellen. Dadurch wird das Moor gleichfalls als Kohlenstoffsenke dauerhaft reaktiviert und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verminderung der globalen Erwärmung. Gleichzeitig wird ein Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zum Gewässerschutz erbracht. Das Projekt steht damit im Einklang mit dem 2019 beschlossenen Klimapaket der Bundesregierung, in dem der Schutz der Moore als klimarelevante Maßnahme ausdrücklich betont wird. mehr lesen –>

Rundblättriger Sonnentau, Quelle: Succow Stiftung

1 Dieter Tornow: Kursbuch Diepholzer Moorniederung, Diepholz 2018

Barnstorfer Moor am 11.03.2020, Quelle: Naturschutzring Dümmer e.V.
Mannhagener Moor: Moorkolk (zentraler, wertvollster Bereich mit typischer Hochmoor-Vegetation: Weißem Schnabelried und Sphagnum magellanicum), Quelle: Succow Stiftung