Und wieder brennen die Moore: Am 18. April 2020 brannte im Naturschutzgebiet Aschendorf bei Papenburg eine Fläche von 32 ha, am 21. April 167 ha eines Torfmoors der belgischen Gemeinde Oud-Turnhout nahe der niederländischen Grenze. Im September 2018 brannten im Naturschutzgebiet Tinner Dose-Sprakeler Heide auf einem Bundeswehrtestgelände bei Meppen 1.000 ha. Möglich ist das, weil die Moore trocken gelegt wurden und wochenlange Trockenheit infolge der Klimakrise die Brände begünstigt.

95 % der deutschen Moore sind entwässert, wodurch sie von CO2-Speichern zu CO2-Emittenten wurden. Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland mit einem Anteil von 38,2 % der deutschen Moorflächen. Der Landkreis Diepholz / Niedersachsen ist von zahlreichen Hochmooren geprägt. Im Unterschied zu Niedermooren speisen sich diese überwiegend aus Regenwasser. Damit dieses nicht abfließt, werden die vom Mensch angelegten Entwässerungsgräben mit Querdämmen aufgestaut. Zudem werden sog. Verwallungen/Kammerungen aus dem vorhandenen Torf angelegt, die verhindern, dass im abschüssigen Gelände das Wasser abfließt. Gelegentlich werden auch Spundwände aus Recyclingmaterial verbaut, da diese langlebiger als Torfwälle und weniger anfällig für Beschädigungen (u.a. durch Tiere) und Erosion sind. Zudem müssen häufig Verbuschungen und Gehölze entfernt werden, um das Torfwachstum wieder in Gang zu setzen.1

PlanBe hat begonnen, im Barnstorfer Moor, Landkreis Diepholz, trocken gelegte Moorflächen aufzukaufen bzw. mit den Eigentümern entsprechende Vereinbarungen zu schließen, um diese degradierten Moore in enger Abstimmung mit dem Landkreis Diepholz und der Unteren Naturschutzbehörde sowie in Kooperation mit dem Naturschutzring Dümmer e.V. und dem NABU Niedersachsen wieder zu vernässen und sie dadurch wieder herzustellen und den CO2-Austritt zu stoppen.

Das Projektgebiet befindet sich im Barnstorfer Moor Ost (Samtgemeinde Barnstorf). Im ersten Schritt soll eine Fläche von rund 136 ha Moor wiedervernässt werden. Ziel des Projektes ist es, die klimawirksame und damit zugleich die ökologische Qualität der trockengelegten Moorflächen durch Vernässungsmaßnahmen wieder herzustellen. Durch die Vernässung soll die Funktion von Mooren als Kohlenstoffsenke dauerhaft reaktiviert und dadurch insbesondere ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Verminderung der globalen Erwärmung geleistet werden. Gleichzeitig wird auch ein Beitrag zum Arten- und Naturschutz sowie zum Gewässerschutz erbracht. Das Projekt steht damit im Einklang mit dem 2019 beschlossenen Klimapaket der Bundesregierung, in dem der Schutz der Moore als klimarelevante Maßnahme ausdrücklich betont wird. Die Maßnahmen zur Wiedervernässung werden aus Mitteln der Deutschen Postcode Lotterie (DPL) finanziert. Der Beirat dieser Soziallotterie unter Vorsitz von Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestags und ehemalige Bundesministerin, hat den Förderantrag von PlanBe im Juli 2020 positiv beschieden.

Eine zweite ca. 70 ha große und in einem Naturschutzgebiet gelegene Moorfläche soll im Löhmoor/Hespelohmoor auf der Grenze der Landkreise Diepholz und Nienburg in Kooperation mit dem BUND Diepholzer Moorniederung wiedervernässt werden.

Theresa Weiß: Die Vernässung der Welt, FAZ 10.04.2020

Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL): Anliegen Natur, Zeitschrift für Naturschutz und angewandte Landschaftsökologie, Heft 42(1), 2020, S. 7 – 54

1 Dieter Tornow: Kursbuch Diepholzer Moorniederung, Diepholz 2018

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Barnstorfer Moor