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Als die Shanti Leprahilfe im Sommer 2025 PlanBe wegen des Pflanzens von Obstbäumen in Nepal anfragte, hat PlanBe die Finanzierung von 10.000 Obstbäumen spontan zugesagt. Beide Organisationen sind in Dortmund ansässig, was die Abstimmung sehr vereinfacht hat (RuhrNachrichten).

Bäume entfalten dadurch, dass sie der Atmosphäre CO2 entnehmen und den darin enthaltenen Kohlenstoff binden, eine klimaschützende Wirkung und zwar um so stärker, um so schneller sie Biomasse aufbauen. In tropischen und subtropischen Regionen wachsen sie deutlich schneller als in gemäßigten Regionen wie Europa. Zudem verringern die Bäume durch ihre Wurzeln die Bodenerosion, halten das Wasser im Boden und spenden Schatten für Mensch und Tier sowie darunter angelegte Agrarkulturen. Viele Obstbäume zählen zu den besonders schnell wachsenden Bäumen, wodurch deren Anpflanzung eine besonders hohe Klimawirkung hat. Darüber hinaus nutzen sie den Menschen, die sie bewirtschaften, ganz direkt: Denn die Früchte dieser Obstbäume können sofort oder – getrocknet – auch später verzehrt werden und tragen dadurch zur Linderung des in vielen Ländern des globalen Südens verbreiteten Hungers und Vitaminmangels vor allem bei Kindern bei. Die Abgabe von Obstbäume an besonders arme Bevölkerungsschichten, für die der Kauf von Obst oft unerschwinglich ist, hat insofern eine starke soziale Wirkung.

Nepal gilt als eines der ärmsten Länder weltweit, das unter der Streichung der Entwicklungshilfe durch die US-Regierung sowie den Entwicklungshilfe-Kürzungen vieler weiterer Regierungen wie der deutschen leidet. Zudem ist Nepal durch große Probleme infolge des verheerenden Erdbebens von 2015 und immer wie­der auftretende Erdrutsche aufgrund des großflächigen Kahlschlags der Wälder geprägt. Mittlerweile steht in Nepal das Fällen von Bäumen unter Strafe.

Die Partnerorganisation der Shanti Leprahilfe in Nepal schenkt die Obstbäume, die von örtlichen Baumschulen gezüchtet werden, an bedürftige Familien. Angepflanzt werden die mindestens 1,50 m hohen Bäume von ehrenamtlichen Jugendgruppen wie Pfadfindern, Armee­angehörigen, Collegestudentinnen sowie Shanti-VolontärInnen aus Deutsch­land zusammen mit den DorfbewohnerInnen. Im Gegensatz zu kleinen Setzlingen haben diese schon recht großen Bäume eine Überlebensrate von über 90 % und liefern bereits nach 2 Jahren eine gute Ernte. Die Pflege der Bäume wird den Frauen übertragen, die diese regelmässig bewässern und einen Schutz aus Bambusstangen um jeden Baum bauen, um Ziegenfrass zu verhindern.

Im Unterschied zu üblichen Aufforstungen werden hier keine großen Flächen bepfanzt, sondern maximal 6 bis 8 Bäume je Familie abgegeben, die wiederum unter den Obstbäumen Gemüse anbauen. Zudem bieten die neu gepflanzten Bäume Vögeln schützende Nistplätze, die wiederum Insekten fressen, die die Gemüseernte bedrohen. Hier werden also Elemente von Forst- und Landwirtschaft miteinander verbunden (Agroforstwirtschaft).

Zu­sammen mit der Baumpflanzaktion erhalten die Menschen in den Dörfern Kurse im ökologischen An­bau, damit sie auf Kunstdünger, Insektizide und Pestizide verzichten. Der Gebrauch dieser Mittel führt aufgrund der hohen Anzahl von Analphabeten unter der Landbevölkerung in Nepal immer wieder zu Vergiftungen, da diese Mittel aus Unkenntnis falsch eingesetzt werden. Stattdessen wird im Rahmen des Projekts das Kompostieren vermittelt, wodurch Geld für Kunstdünger gespart wird.

In den vergangenen 20 Jahren hat die Shanti Leprahilfe bereits tausende von an das Mikroklima des jeweiligen Pflanzortes ange­passte Ostbäume an bedürftige Famlien abgegeben. Wegen des großen Erfolgs soll dieses Projekt ausgebaut werden. Dank der Unterstützung von PlanBe und weiterer Unterstützer können 2025 bereits 25.000 Obstbäume geplanzt werden. Gut gedeihen Avokados, Mangos, Granat­äpfel, Pfirsiche, Birnen, Walnüsse, Maulbeeren, Jackfrucht etc.

Mehrjährige Pflaumenbäume

Die in vie­len Gegenden Nepals verteilten Obstbäume werden dem Mikroklima des jeweiligen Ortes und den Bedürfnissen und Wünschen der dort le­benden Menschen entspre­chend ausgesucht. Dafür werden Agrarexperten zu Rate gezogen, die mithilfe von Klimaauswertungen und Bodenproben die Bevölkerung bei der Auswahl beraten. Die vereinseigenen Elektrolaster, die von der PV-Anlage des Vereins mit Strom versorgt werden, dienen zum Transport der Bäume.

Die Shanti Leprahilfe und PlanBe haben vereinbart, dass das Holz der Bäume, die absterben oder keine Früchte mehr tragen, nicht verbrannt, sondern für lang­fristige Produkte z. B. im Haus- oder Möbelbau verwertet wird. Denn beim Verbrennen wird das ge­samte im Laufe der Jahrzehnte von den Bäumen absorbierte CO2 mit einem Schlag wie­der freigesetzt, der Klimaschutz-Effekt wäre dann gleich null.

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Quelle aller Fotos: Shanti Leprahilfe Dortmund e.V.

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